Freitag, 17. Mai 2019

Und nochmal Müll

oder
Tatsächlich eine unendliche Geschichte!

Der Hoffnung hatte ich Ausdruck gegeben, dass das neue Arrangement der Superrecyklingcenter aufräumen werde mit dem bisherigen Chaos.

Man kann sich irren, denn schon wieder beginnt die wilde Müllentsorgung.
Ein Verpackungsteil aus Styropor und ein runder Plastikeimer, ... schön heimlich zwischen zwei Container gestellt.

Warum?
Das ist natürlich nicht nur der Müllpiraterie geschuldet.
Menschen, durchaus guten Willens, kommen an mit ihrem Müll und sehen sich überfordert, weil sie ihren Abfall nicht einer der vorhandenen Kategorien GLAS – METAL – HÅRD PLAST – PAP – PAPIR zuordnen können.

Wohin mit der Styropor-Verpackung? Styropor ist doch ein Wertstoff, sagen/fragen sie sich. Ähnliches wird passieren mit z. B. Weichplastik (Verpackungsmaterial) oder Pastiktüten oder dem verblühten Blumenstrauß. Einfach in irgendeinen der fünf Container werfen ist natürlich kein Ausweg.
Dabei ist die Lösung eigentlich ganz einfach: All dies, was nicht eindeutig einer der fünf Kategorien entspricht (und nicht Bio ist), kommt zum Restmüll!

Es gibt allerdings noch ein weiteres Hindernis! Die fünf Wertstoffcontainer haben nämlich eine begrenzte Einwurf-Öffnung:


Wenn der Eimer, eindeutig aus Hartplastik, nicht durch die Öffnung passt, was dann? Zerlegen, zertrümmern? Oder irgendwo abstellen (vielleicht kann das ja noch jmd. gebrauchen)?
Vielleicht sollte zusätzlich noch ein „Weiß-nicht-Container“ aufgestellt werden; ich fürchte nur, der wäre ziemlich schnell voll, würde für wilde Müllentsorgung (Sperrmüll etc.) missbraucht.
Tipp:
Alles, was nicht GLAS – METALL – HARDPLASTIK – PAPPE – PAPIER (oder eindeutig BIO) ist, kommt in den Restmüllbehälter.
Auch wenn es dem heimischen Verständnis nach kein Restmüll ist.
Es gibt auf Fanø auch einen Recyclinghof (Affalds- og Genbrugspladsen, Sønder Nytoft) in der Nähe des SPAR-Supermarktes in Nordby.
Für die Müllentsorgung sollte man sich als Feriengast auch ein wenig Zeit nehmen, das nicht auf den letzten Drücker erledigen, womöglich unter Stress ob der Abfahrt der Fähre.


Noch ein letzter Hinweis:
Die Bioabfall-Behälter sehen innen inzwischen ziemlich verkifft aus. Dem Hinweis im Abfall-Flyer
Benutzen Sie bitte nur die ... grünen Tüten für Bioabfall. Und denken Sie bitte daran, einen Knoten zu machen, bevor Sie ...
  sollte dringend Folge geleistet werden.




Mittwoch, 15. Mai 2019

Nun sucht mal schön!



Da können natürlich nur die glücklichen Menschen teilnehmen, die sich z. Zt. auf der Insel befinden.



Zwei in einem
Wer das eine findet, hat's mit dem anderen leicht
Untertitel: Selbstverständlichkeiten die keine sind?



Wo in Gottes Namen liegt diese Leiche mit seiner unverwechselbaren Form?
Ist das wirklich ein toter Baum oder ein Wesen von einem anderen Stern?



 
Wo weiden wundersame wiehernde Waldwichtel?











 
Wo liegt dieser Kuhfladen?
Ob das eine Kuh war oder ein Bulle oder ein Ochse, weiß ich natürlich nicht.
Die Damen mögen sich beherrschen und nicht fabulieren, dass nur Männer so viel Scheiße produzieren können (Durchmesser ca. 35 cm).








Installationen
... sind immer wieder ein Blickfang.

Toll, welche Ideen da mitunter realisiert werden.
„Großstadt auf Fanø“ könnte man sie nennen.

Soweit sich Objekte an Häusern befinden: Bitte die Bewohner nicht stören!

Diese Suchaufgabe muss gestrichen werden. Denn diese Installation gibt es vielfach, ist also offenkundig nicht selfmade, sondern käuflich erworben!






Der Mond


... und was hat er mit Bernstein zu tun?


Nebenstehend ein Auszug aus dem Tidenkalender (Esbjerg Havn) für den Monat Mai 2019.
Wer Bernsteine suchen möchte, der braucht ihn unbedingt, diesen Tidenkalender; angegeben sind die Hochwasserzeiten (Højvandstider).
Und das provoziert sofort die Frage „Wieso ist am 14. Mai nur eine Flut?“
Weltuntergang? Keine Sorge, natürlich nicht! Und Flut und Ebbe sind völlig normal im Takt, nichts fällt aus, es ist ein relativ regelmäßiges Auf und Ab.

Von Flutspitze zur nächsten Flutspitze sind es ca. 12 Stunden und 25 Minuten. Zur dazwischen liegenden Ebbe also ca. 6 Stunden und rd. 13 Minuten.

Um vier Spitzen (z. B.  Flut Ebbe Flut Ebbe) an einem Tag erleben zu können, braucht es also mehr als 18 Stunden und 39 Minuten. Das sollte doch an jedem 24 Stunden langen Tag gehen, denkt man.
Im Mai 2019 klappt das auch an 27 von 31 Tagen, an 4 Tagen aber nicht so ganz.


Wenn ihr das nachstehende Diagramm (Tiden vom 14. bis 24. Mai; Screenshot von windfinder) unvoreingenommen betrachtet, müssten euch 2 Dinge  auffallen.

Erstens: Die Spitzen wechseln sich ab in ihrer Höhe. Einer höheren Spitze folgt mit relativer Regelmäßigkeit eine niedrigere (oder umgekehrt).

Immer dann, wenn der Mond auf der der Sonne zugewandten Seite der Erde steht, ist die „Zugkraft“ stärker, der Flutberg ist höher. Steht der Mond auf der der Sonne abgewandten Seite der Erde, ist die Kraft schwächer, der Tidenhub ist niedriger.

Die Erde dreht sich einmal in 24 Stunden unter diesen Ereignissen weg.


Die Flutberge sind stark verzerrt dargestellt.
← Befindet sich  Sønderho bei dem hohen Flutberg, ... dann
12 Stunden später bei dem niedrigen. →


Zweitens: Um den 18. Mai herum sind die Spitzen höher (bzw. tiefer), vorher und nachher sind sie niedriger.
Wenn Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen, ist die Zugkraft stark; das ist bei Vollmond (am 18. Mai) und Neumond (3. Juni) der Fall.
← Immer dann, wenn Sonne, Erde und Mond in einer L-Form stehen, ist die Zugkraft schwächer; das ist immer bei Halbmond der Fall (am 12. und 26. Mai).



Doch zurück zu der fehlenden vierten Gezeit an manchen Tagen:
Am 13. Mai war die letzte Spitze (Flut) um 22:26 Uhr, die nächste Spitze (Ebbe) war um 05:24 Uhr des 14. Mai. Ab da zählt dann die Zeit für die folgenden Tiden Flut/Ebbe/Flut, 11:55/17:47/0:14.
Die vierte Gezeit passt nicht mehr in den Tag, es ist schon der 15. Mai.
(Quelle: Gezeiten Fisch)
An der folgenden Grafik kann man sehen, dass die Tagesspanne meistens 4 Gezeiten umfasst, manchmal aber (haarscharf) nicht.


Anmerkung:
Mit den Gezeitentabellen ist das so eine Sache, verschiedene weichen voneinander ab.
Nicht von ungefähr steht auf der Visit-Fanø-Tabelle ... →

Nehmt es also mit der exakten Mathematik also nicht so genau.

Außerdem sind die Gezeiten nicht nur von den Himmelskörpern abhängig, sondern auch von Küstenbeschaffenheit und von Windstärke und Windrichtung.

Wir gehen auf Bernsteinsuche bei ablaufender Flut, ca. 1 bis 2 Stunden nach der Flutspitze.
Und natürlich musste und muss der Wind stimmen. Bei Ostwind sieht es mau aus. Westliche Winde müssen her.
Heute (15.Mai) waren wir einige Stunden im Watt. Aber: Ebbe an der Bernsteinfront😕. Der Wind kam heute vorrangig aus Norden.


Wer sich kundiger machen will über Ebbe und Flut, dem seien die Seiten von timeanddate empfohlen. Das ist der beste Text, der mir begegnete. Verständlich und wissenschaftlich exakt. Zudem mit wunderbaren Visualisierungen.





Montag, 13. Mai 2019

Alles neu

1. Strophe des Gedichts
... macht der Mai

Das ist die erste Zeile eines Gedichtes Hermann Adam von Kamp, Lehrer, Heimatkundler und Schriftsteller, 1818 verfasst, 1829 veröffentlicht. Auch als Lied, gesungen nach der Melodie von „Hänschen klein, ging allein, …“, gehörte das früher zum Repertoire eines jeden Liederbuches und auch der Schulbücher der ersten Schuljahre.


12.05.2019, morgens
12.05.2019, 22:15 Uhr
Der Monat Mai gilt als Sinnbild des Frühlings.
Der April hat’s vorgemacht, aber der Mai kommt nicht so richtig in die Puschen.
Seit gestern hat die Insel zwar total blankgeputzten Himmel in schönstem Blau, aber es weht dieser Tage ein kalter Wind von 15 bis 20 kts, in Böen gar stärker, der die Lufttemperatur unter 15° hält. Nur in windgeschützten Ecken ist die gewaltige Kraft der Sonne zu spüren, dort ist es sehr warm bis gar heiß.
Jene, die z. Zt. auf der Insel weilen, hoffen nicht auf sonnigeres Wetter, sondern auf warme Luft und steigende Temperaturen.

Man muss nicht suchen, um in der Natur für das Sinnbild des Frühlings massenhaft Dinge zu entdecken.
Überall in der Dünenlandschaft gibt es zahllose Ansammlungen von blau-weißen und blau-gelben Mini-Hornveilchen. In all den Jahren auf Fanø haben wir das nie so wahrgenommen. Ob das Aliens sind, also eine invasive Art? So wie die Narzissen, die inzwischen zu ihrer Blütezeit überall zu sehen sind. Oder die Kartoffelrose, an der sich die Geister der Naturschützer auf Fanø scheiden.

„Felder“ mit Hornveilchen, schön sehen sie aus:


Strand-Grasnelke
Die Strand-Grasnelke hingegen zählt wohl zu der ursprünglichen Flora.

Die Kartoffelrose (viele Namen hat sie, z. B. auch Friesenrose oder Apfelrose oder Sylter Rose ... genannt / lat.: rosa rugosa) ist inzwischen überall auf der Insel zu finden – ein Neophyt, den es aber schon sehr lange gibt, der kaum zu bekämpfen ist (zumindest nicht mit Mitteln, die in einem Naturschutzgebiet akzeptabel wären), der andere Küstenpflanzen (z. B. Sanddorn) und auch Tiere (Bodenbrüter) verdrängt.
Was den Naturschützern gefällt: Die Kartoffelrose kann verwendet werden, um Besucherströme zu lenken, was auch auf Fanø ein dringliches Anliegen ist. Durch einen Kartoffelrosenbewuchs latscht niemand querbeet durch.
Steht man z. B. bei dem Seezeichen auf dem Kåverbjerg und lässt den Blick schweifen, so ist unübersehbar, dass die sandigen Stellen (ohne Bewuchs) von Jahr zu Jahr zahlreicher und auch größer werden. Die Kaninchen? Die Besucher? Der Klimawandel? Auch ein natürlicher Vorgang könnte das sein: je älter eine Düne wird, desto geringer wird der Salzgehalt, was den natürlichen Bewuchs auf natürliche Weise verändert.

Die Kommune hat einen wunderbaren, mit Muschelbruch bedeckten Weg zum Seezeichen neu angelegt.
Und die Schautafeln geben klare Hinweise und Bitten zum Begehen der Dünenlandschaft.

Wie viele Menschen lesen diese Hinweise/Regeln, und wie viele derer, die sie gelesen haben, halten sich daran?





Die Ruhebänke sind neu gestrichen, und auch die Hausbesitzer lassen ihre Zäune in neuer Farbe erstrahlen. Letzteres ist echte Knochenarbeit (zuerst schleifen, dann Lasur auftragen; sehr oft sieht man Frauen, die das machen).


Wo man hinschaut, ein Blütenmeer.


Und Spuren im Sand sind vergänglich. Sherlock Holmes muss sich sputen.



Sonntag, 12. Mai 2019

Schon wieder Müll

So schlecht wie nix!
... oder
Die unendliche Geschichte

Da muss ich ja meine ganze Posthistorie durchforsten, um herauszufinden, wie oft ich mich schon mit dem Thema „Müll“ beschäftigt habe.
Es gibt aber wieder Neues zu berichten: Die „Superrecyklingcenter“ wurden neu hergerichtet. Bisher waren die ja sehr unschön anzuschauen. Zwar gab es beschriftete Container, aber daneben noch jede Menge undefinierte und unbeschriftete Behältnisse, deren Deckel man anheben musste, um zu sehen was darin deponiert wurde, ... ein wildes Durcheinander. Des Weiteren wurde in dem umzäunten Bereich verbotenerweise immer wieder irgendein Müll abgelegt, der dort nichts verloren hatte. Ein relatives Chaos, sehr unsauber. Und der Geruch ließ keinen Zweifel, wo man sich befand.

Die Umzäunung ist beseitigt, es gibt nur noch 7 zylinderförmige, dunkelgraue Container mit Deckel. Sehr sauber und aufgeräumt sieht das aus.

In Sønderho gibt’s gleich zwei: Am Strandvej auf dem Parkplatz gegenüber der Kirche und in Vester Storetoft bei der Gård Butik.
Das sieht jetzt sehr ordentlich, aufgeräumt und sauber aus.

Fünf Tonnen sind für Wertstoffe:
GLAS – METAL – HÅRD PLAST – PAP – PAPIR


Sie sind mit einem Deckel
mit Schließmechanismus verschlossen.





Zwei Tonnen sind für Bio- und Restabfall


mit einem interessanten Mechanismus: Hebt man den Deckel an, findet man eine zylinderförmige Vertiefung, in die man den Abfall legt. Beim Schließen des Deckels dreht sich dieser Halbzylinder, der Inhalt fällt in die Tonne. Öffnet man den Deckel erneut, ist die Mulde wieder leer. Was in der Tonne liegt, ist nicht zu sehen. Sie bleibt relativ verschlossen.

Diese neuen Abfall-/Recyklingcenter sind gewiss auch widerstandsfähiger gegen Ungeziefer jedweder Art. Mäuse gibt es ja jede Menge. Obwohl man 2017 einer toten Ratte habhaft wurde, gilt Fanø ja immer noch als rattenfreie Zone.

Insgesamt ist die Renovierung der Superrecyklingcenter gut gelungen. Und die Abfalltrennung wird gewiss besser als zuvor geraten.

Allerdings haben die an gelbe Säcke gewöhnten Deutschen (wie wir) doch noch Probleme. Vieles, was bei uns als „Wertstoff“ eben dort landet, muss hier zum Restmüll, weil es diese Kategorie nicht gibt (z. B. Weichplastik, Plastiktüten, gesäuberte Milchtüten, …).

Diese Woche war wieder Müllabfuhr. Ein riesiges Müllfahrzeug fährt (möglichst nah) an den Standort der Mülltonnen (diese Woche war Restmüll dran). Eine Tonne mit gerade mal den Boden bedeckendem Inhalt wird geleert.
Nach wie vor erscheint uns das gegenüber der früheren Praxis mit den grauen Säcken extrem unwirtschaftlich. Das schwere Fahrzeug zerpflügt zudem regelmäßig unbefestigte Teile der Wege.
Mama Vogelsberger planiert das immer wieder mit einem Schippchen. Bis zur nächsten Müllabfuhr: The same procedure!

Freitag, 10. Mai 2019

Fahrt zur Insel

... oder
So langsam wird es Zeit!

Schon eine Woche ist vergangen, so langsam wird es Zeit, mal wieder einen Post zu schreiben.
Man fängt vorne an, also mit der Reise.

Früher, als ich noch jung und fit war, also vor wenigen Jahren, hab‘ ich die Strecke von zuhause bis zur Insel, 936 km, am Stück bewältigt. Dreimal ca. 300 km mit zwei längeren Pausen. Heuer, im Alter von nahezu 75, ist das zu anstrengend. Wenn man in die Jahre kommt, macht sich anstelle von Stress und Hektik auch mehr die Gemütlichkeit breit. Also fahren wir in Etappen, hälftig zu je ca. 450 km an zwei Tagen.
Sich freitags auf den Weg zu machen, auch noch in einer Woche mit Feiertag und Brückentagen, schien mir sehr risikoreich. Aber wider Erwarten ging es sehr flott voran, mit nur einem einzigen Stau auf der A5 hinter Frankfurt bei Friedberg. Stop-and-go, zum Glück mit mehr Go als Stop, aber die Schlange mit Lkw auf der rechten Spur war beängstigend gewaltig.
Wenn man eine längere Fahrt vorhat, sollte man am besten nicht vor Fahrtantritt zum Frühstück zwei große Tassen Kaffee trinken, so wie ich, leichtsinnigerweise. Denn schon bei Frankfurt meldete sich die Blase, die zunehmend Entleerung forderte. Aber sucht mal im Großraum Frankfurt Parkplätze mit WC an der Autobahn, die haben Seltenheitswert.
Aber ausgerechnet im Stau kamen wir an einem Parkplatz – mit WC – vorbei, der auch in Bezug auf eine „Staupause“ Erleichterung verschaffte. Aber fragt nicht, wie es da aussah. Drei Unisex-Toiletten, total verkifft, schmutzig und stinkend. Und eine lange Reihe von Mülltonnen, aber alle prallvoll. Ein Zumutung. Man muss sich schämen für solche Zustände in einer der führenden Nationen dieser Welt.
Aber insbesondere in letzter Zeit gibt es ja immer mehr Lebensreiche, in denen unsere früher so schmucke Bundesrepublik gewaltig ins Hintertreffen geraten ist. Vormals auf vorderen Plätzen in Rankings der Nationen dieser Welt landen wir heute immer häufiger nur im Mittelfeld oder gar auf hinteren Plätzen.

Die zweigeteilte Fahrt Richtung Sønderho hat sich jedenfalls bewährt.
Nach dem Frankfurt-Stau ging’s zügig bis zur Region Hannover, unserer Zwischenstation.
Am nächsten Tag von Hannover bis zum Ziel war es ebenfalls erträglich, mitunter voll und deswegen zäh, z. B. durch Hamburg, aber phasenweise auch erstaunlich leer. Den einzigen Stau hatten wir an der Grenze – was sonst; aber nur zwei Kilometer. Und ob der vielen, meist unendlich langen Baustellen (mit 60 oder 80 km/h) haben wir mittlerweile einen gewissen Gleichmut entwickelt.

Inzwischen ist die A7 ja von Hamburg bis Bordesholm nigelnagelneu, leider durchgängig mit Begrenzung auf 120 km/h; die Fahrbahndecken müssen eingefahren werden. Mit relativem Entsetzen hörten wir dann im Radio, im Landtag werde darüber diskutiert (die Grünen wollen das), diese Beschränkung dauerhaft zu belassen. „Dann macht’s doch wenigstens wie die Dänen, also 130 km/h!“ ging mir durch den Kopf.


Apropos Baustellen: Wir haben noch etwas erlebt, was neu für uns war. Eine 7 km lange Baustelle, zweispurig, mit Überholverbot und der bebilderten Anweisung „versetzt fahren“ – Ups! noch nie gesehen!. Die Recherche hinterher ergab, dass das seit zwei Jahren so eingerichtet werden darf – in engen Baustellen mit einer geringen „Überholspur“-Breite von 2,00 oder 2,10 Metern.
Wie breit ist mein Fahrzeug? Unter Punkt 19 der Zulassungsbescheinigung ist das zu finden, allerdings ist der dortige Wert ohne (!) Außenspiegel … aber »Achtung!«, die Beschränkung gilt für die Breite mit Außenspiegeln. In der 406 Seiten umfassenden „Betriebsanleitung“ habe ich dieses Maß (bis jetzt) nicht gefunden. Im Internet findet man den Tipp: Vordere Seitenscheiben runter und mit einem flexiblen Maßband selbst messen. Viele VANs oder SUVs oder Transporter, die auf der beschränkten Überholspur unterwegs sind, überschreiten die für das Überholen erlaubte Breite deutlich. Aber auch sehr viele „zierlich wirkende, normale“ Fahrzeuge sind breiter als erlaubt.

Dieses Schild ist das bessere.
Denn das Obige macht glauben:
Rechts Lkw, links Pkw.
Der ADAC hat eine (natürlich nicht vollständige) Liste parat. Nach Aussage des Automobilclubs sind heute über 70% der Fahrzeuge inkl. Außenspiegel breiter als 2 Meter.
Unser Auto ist 30 mm zu breit. Aber deswegen nicht überholen dürfen? Immerhin bringen 10 km/h mehr doch einen Zeitgewinn, … glaubt man! Es ist aber viel weniger als man denkt: 7 km Baustellenlänge mit 70 km/h statt erlaubter 60 km/h zu durchfahren bringt gerade mal 1 Minute. Dafür lohnt es nicht, sich an breiten und schwankenden und manchmal nicht die Spur haltenden Lkw vorbeizuquetschen. Höchstgefährlich! Und zugleich gegen das Überholverbot ob der Fahrzeugbreite zu verstoßen. Das kann teuer werden. Das Ding „Überholverbot + versetzt fahren“ funktioniert überhaupt nicht. An einer Auffahrt im Baustellenbereich fuhr ein Polizeifahrzeug auf, fuhr mittig über der gestrichelte Linie, die Laufschrift auf dem Dach zeigte „Überholverbot“ und „versetzt fahren“. Sogar die „Trottel“ unmittelbar vor oder hinter der Polizei kapierten das immer noch nicht. Diese Regelung wird – da bin ich sicher – zum Flop.

Wird das konsequent beachtet, dann bewegt sich der ganze Tross längs der Baustelle mit der Geschwindigkeit des langsamsten Fahrzeugs. „Schmidtchen Schleicher“ gibt das Tempo vor, ojemine!
Und die Bildung einer Rettungsgasse, das lernen wir nie!


Die Beschäftigung mit diesem Thema und die Erkenntnis, dass die Übertretung der Geschwindigkeit viel weniger bringt als man denkt, sollte doch zu einem gesitteteren Fahrstil führen:
Keep cool and calm!

Wenn ich auf der Autobahn von Frøslev nach Esbjerg Havn (152 km) statt 130 km/h ein „bisserl schneller“ fahre, z. B. mit Tempomat 137 km/h, gewinne ich gerade mal 4 Minuten. 1:06 statt 1:10 Stunden. Forget it, lohnt nicht.